Damals war’s: Meine erste Weinprobe

Damit ich den Gästen im Restaurant jeden einzelnen Wein beschreiben und Empfehlungen zu verschiedenen Speisen abgeben kann, nehmen meine Kollegen und ich regelmäßig an Weinproben teil. Immer wieder erinnere ich mich dabei an meine erste Weinprobe vor vielen Jahren zurück, als ich bei Weinen nur zwischen Weiß-, Rot- und Roséweinen unterschied. Zum Glück war ich dabei jedoch nicht der Einzige, da auch andere Kellner-Lehrlinge in ihrer Freizeit doch lieber auf Bier oder Billigprodukte aus dem Supermarkt zurückgriffen.

Mein erster Wein, den ich probierte, war ein Sherry. Dabei handelt es sich um einen Likörwein aus Spanien, der meist als Aperitif getrunken wird. Als ich das Weinglas in die Hand nahm und den Inhalt direkt hinunterschluckte, sah mich mein Ausbilder nur verdutzt an und machte mir damit deutlich, dass ich noch einiges zu lernen hatte. Denn heute weiß ich natürlich, das man das Glas erst leicht hin- und her schwingt, die Aromen mit der Nase aufnimmt, den Wein dann im Mund hin- und her bewegt und erst dann hinunterschluckt, um auch noch auf den Nachgeschmack zu achten. Ich glaube, bei meiner ersten Weinprobe hatte ich am Ende so viel getrunken, dass ich gar kein neutrales Urteil mehr abgeben konnte. Heute spucke ich den Wein häufig nach der Kostprobe wieder aus und verhalte mich anständiger, als noch in der Ausbildungszeit.

Wenn ein Gast seine Mails heute am Internetterminal checkt und anschließend eine Weinempfehlung von mir zu seinem bestellten Gericht erhalten möchte, weiß ich genau, was ich zu erzählen habe. Zu einem guten Kellner gehört eben mehr, als nur zu servieren. Ich muss meinen Beruf lieben und mich vollkommen auf den Gast einlassen, damit dieser nach dem Restaurantbesuch glücklich und zufrieden nach Hause geht. Was ich seit meiner ersten Weinprobe gelernt habe, gebe ich daher auch nie wieder her!

Dieser Beitrag wurde erstellt in Allgemein.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>